Multikulti-Realität: „Rainbow Nation“ am Abgrund

Zu Beginn des Jahres sprach der Politikwissenschaftler Yascha Mounk in den „Tagesthemen“ offen vom „historisch einzigartigen Experiment“, durch das Europa von einer „monoethnischen, monokulturellen Demokratie in eine multiethnische“ verwandelt würde. Selbstverständlich komme es dabei zu „Verwerfungen“, dennoch glaube er an den Erfolg des Projekts. „Ein Prozent“ präsentiert in einer Serie Staaten, die beispielhaft für diese neue multikulturelle Realität stehen, die auch in Europa längst an der Tagesordnung ist. Unsere Recherchen zeigen, dass Zweifel am Erfolg des „Experiments“ durchaus berechtigt sind. Den Anfang macht Südafrika. 

Hoffnung nach Ende der Apartheid

Bis heute gilt Südafrika als Vorbild für die Multikulti-Lobby. Es gilt nach wie vor als fortschrittlichstes Land Afrikas, ist Mitglied der G20-Gruppe und einer der aufstrebenden BRICS-Staaten. Gleichzeitig ist es eines der Länder mit den meisten Amtssprachen weltweit: Anerkannt sind elf unterschiedliche Landessprachen, dazu kommen weitere Sprachen, die jedoch nur von regionaler Bedeutung sind. Die „Rainbow Nation“ Südafrika hat nicht nur eine moderne Verfassung, sondern auch eine für afrikanische Verhältnisse stabile Demokratie vorzuweisen.

Erst 1994 wurde die sogenannte „Apartheid“ abgeschafft, d.h. die staatlich geförderte Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Nach einer Annäherungsphase zu Beginn der 90er Jahre konnte Nelson Mandela schließlich die ersten freien Wahlen für sich entscheiden. Damit leitete er die bis heute andauernde Herrschaft des „African National Congress“ (ANC) ein, der bereits 1912 gegründet wurde. Zunächst konnte Südafrika die hohen internationalen Erwartungen erfüllen. Der Systemwechsel verlief weitestgehend friedlich, während das Wirtschaftswachstum weiter anhielt.

Staatliche Enteignungen der Farmer

Mittlerweile ist die Realität weniger rosig. Von einem Zusammenwachsen der verschiedenen Ethnien zu einer Nation kann längst nicht mehr die Rede sein: Immer öfter werden die verbliebenen Weißen, teilweise aber auch afrikanische Migranten, Opfer brutalster Gewalt. Diese Entwicklung findet ihre Personifizierung in Julius Malema, der sich zunächst im Mandela-geprägten ANC engagierte und 2013 die linksextreme Partei „Economic Freedom Fighters“ (EFF) gründete. Malema prägte den anti-weißen Rassismus Südafrikas wie kein zweiter. Unvergessen sind seine Auftritte als Präsident der ANC-Jugendorganisation, bei denen er vor Tausenden Unterstützern das verbotene Lied „Shoot the Boer“ („Erschießt den Buren“) sang und damit unmissverständlich zum Mord an Weißen aufrief.

2014, zwanzig Jahre nach den ersten freien Wahlen, gewann Malema mit den EFF 6,4 Prozent der Stimmen und wurde damit drittstärkste Kraft. Als Abgeordneter forderte er die schwarzen Südafrikaner 2016 auf, die Farmen weißer Grundbesitzer zu besetzen und diese damit ohne Ausgleich zu enteignen. Was nach radikaler Rhetorik klingt, wurde dieses Jahr endlich zur offiziellen Regierungslinie: Mit großer Mehrheit stimmte das südafrikanische Parlament für die entschädigungslose Enteignung weißer Farmer.

„Plaas-Moorde“: Ein verschwiegener Völkermord?

Noch immer leben knapp vier Millionen Weiße in Südafrika. Sie leben v.a. als Grundbesitzer und Farmer abseits der Städte. Circa 24 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind im Besitz von Weißen, Schwarze besitzen nur 1,2 Prozent – der Rest wird von Unternehmen verwaltet. Die staatliche Enteignung soll nun diese ungleiche Verteilung wieder „ins Gleichgewicht“ rücken. Südafrika geht damit denselben Weg, den Simbabwe unter dem ehemaligen Diktator Robert Mugabe gegangen ist und der in einer bis heute währenden Hungersnot endete. Doch für viele Farmer sind die Enteignungen die geringste Sorge. Denn auf den ländlich gelegenen Farmen häufen sich die Überfälle und Morde an weißen Grundbesitzern. Diese „Farm-Morde“ werden nicht statistisch erfasst, dennoch spricht auch die linksliberale österreichische Zeitung „Der Standard“ von einer überdurchschnittlich hohen Zahl. Bis März 2018 wurden laut „The Independent“ 90 Morde an weißen Landwirten gezählt. Von 1990 bis 2012 sollen mehr als 1.500 Farmer Überfällen zum Opfer gefallen sein – im Schnitt jeden fünften Tag ein Mord.

Die kanadische Journalistin Lauren Southern macht in ihrer jüngsten Dokumentation auf das leidvolle Schicksal der weißen Minderheit in Südafrika aufmerksam. Diese ist nicht nur zunehmend rassistischer Gewalt ausgesetzt, sondern auch von grassierender Armut bedroht. Southern zeichnet das Porträt einer Gesellschaft, die tief gespalten ist. Armut, Korruption und Gewalt sind Alltag im Land am Kap der guten Hoffnung. Doch anstatt wirksam gegen Armut zu kämpfen, werden weiße Farmer von südafrikanischen Politikern zu Sündenböcken stilisiert, während westliche Medien noch immer schweigen. Der Traum von der „Regenbogennation“ ist jedenfalls zerplatzt.

Liegt Europas Schicksal in Afrika?

Das Online-Wirtschaftsmagazin „Makronom“ geht davon aus, dass der Migrationsdruck aus Afrika weiter steigen wird, da sich die afrikanische Bevölkerung bis 2050 auf 2,5 Milliarden verdoppelt – die Geburtenrate sinkt nur geringfügig. Perspektiven vor Ort gibt es bislang kaum. Immer mehr Afrikaner könnten sich gen Norden aufmachen, wo Schlepper eine bessere Zukunft in Europa versprechen – eine Hoffnung, die allzu oft in einer Katastrophe endet. Solange Schlepper, NGOs und die EU der illegalen Migration nach Europa keinen Riegel vorschieben, wird das Sterben auf dem Mittelmeer weitergehen.

Die Linke-Politikern Sahra Wagenknecht brachte es auf den Punkt: „Offene Grenzen für alle sind weltfremd.“ Stattdessen muss Europa Mittel und Wege schaffen, um Fluchtursachen wirksam bekämpfen zu können. Anstatt immer mehr Migranten aufzunehmen und damit sowohl Europa als auch Afrika Schaden zuzufügen, sollte auf Hilfe vor Ort gesetzt werden. Nur wenn vor Ort Perspektiven geschaffen werden, kann Europa zukünftige Katastrophen abwenden. Der zu erwartende Niedergang Südafrikas – das Wirtschaftswachstum betrug dort 2017 lediglich 1,3 Prozent – bedeutete eine weitere Herausforderung für die europäische Außenpolitik in diesem Kontext.

Das Bürgernetzwerk „Ein Prozent“ ist ein zentraler Akteur des friedlichen Widerstands gegen eine fehlgeleitete Migrationspolitik und die Außerkraftsetzung geltenden Rechts. Wir fordern seit jeher eine vernunftgeleitete Wende in der deutschen und europäischen Außenpolitik. Deshalb setzen wir uns für das Heimatrecht eines jeden Menschen ein.

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