Medien verschweigen Wahlbeobachtungs-App

Medien verschweigen Wahlbeobachtungs-App

Abseits von Parteien, staatlichen Institutionen und Verbänden versuchen einige Bürger Licht in die sehr undurchsichtigen gesetzlichen Regelungen rund um die Bundestagswahl zu bringen. Während in Deutschland so gut wie alles bis ins kleinste Detail geregelt ist, bleibt die Bundestagswahl und die Ergebnisübermittlung unübersichtlich. Genau hier will der unabhängige Verein zur Förderung politischer Bildung und Demokratie aus Brandenburg helfen und eine Lösung anbieten, die einer Demokratie im 21. Jahrhundert würdig ist:

Der Verein will nicht nur die Kritik von Nichtwählern aufgreifen und diese wieder zur Wahl mobilisieren, er will ebenfalls eine flächendeckende Wahlbeobachtung und eine Spiegelung der Ergebnisse möglich machen. Doch die etablierten Medien verschweigen diesen zivilgesellschaftlichen Ansatz und die Redaktionen der Medienanstalten pfeifen die geplante und zugesagte Berichterstattung zum Projekt zurück. Ist das Thema zu heikel?

Bilder der Auszählungs-Protokolle

Mit der „Wahlmission“ (Link zur Website) haben einige engagierte Bürger unglaubliches geleistet. Nach eigenen Angaben des Vereins wurden 200.000 Euro Spenden gesammelt und damit eine App ins Leben gerufen, die nicht nur Wahlbeobachtern eine organisatorische Hilfe sein will, sondern in naher Zukunft auch einen unabhängigen Überblick über die Ergebnisse ermöglichen soll.

Aus diesem Grund informiert der Verein gerade alle zuständigen Wahlleiter, dass man plant, die Protokolle der öffentlichen Auszählung zu dokumentieren. Die App ermöglicht es, ein Foto des sowieso öffentlichen Protokolls hochzuladen. Laut den Experten des Vereins gibt es bei dieser Vorgehensweise keine Probleme, solange man nur das Protokoll fotografiert und keine Personen. Ein Vorgang, bei dem sich sicher einige Wahlvorstände querstellen werden, was zumindest im Nachgang der Wahl für eine definitive Klärung der Rechtslage sorgen wird.

Vorstellungsvideo des Projektes:

 

Flächendeckende Wahlbeobachtung technisch umsetzen

Mittels eines Ampelsystems kann in der App festgelegt werden, welches Wahllokal bereits von Wahlbeobachtern besucht wird und welches nicht. Zudem können Wahlbeobachter selbst Wahllokale eintragen, wenn diese noch nicht vorhanden sind. Auch zum Verhalten im Wahllokal gibt es einige Hinweise, ähnlich wie in unserem Leitfaden für Wahlbeobachter.

Diese Wahl wird zeigen, wie effektiv solche Systeme sind und welche Möglichkeiten sich in Zukunft bieten. Fakt ist: So wie Wahlen derzeit in Deutschland organisiert sind, kann es nicht bleiben. Die Wahlen in der Bundesrepublik sind zu intransparent und zu schlecht organisiert. Immer mehr Menschen interessieren sich in Zeiten intensiver gesellschaftlicher Diskussionen für den Verbleib ihrer Stimme. Hier könnten unabhängige Systeme ein Lösungsansatz sein.

„Ein Prozent“ wird die Beratung, Betreuung, Schulung und Organisation von Wahlbeobachtern weiterhin durchführen, bis wir endlich Gesetze in diesem Land haben, die für einen sicheren Verbleib unserer Stimmen sorgen

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Kommentare (14)

Heike Jostmeyer
Ist bekannt, warum es eine englische Version der Internetseite des Vereins "Wahlmission" gibt? Und warum wird dort ein Zitat von Barack Obama benutzt? Ist Barack Obama angesichts dieser Vorgänge (1) während seiner Amtszeit als zitierfähig anzusehen? (1) https://www.youtube.com/watch?v=IOGw1Ww2bps
natürlich
wie ist es denn für Wahlhelfer? diese müssten dann auch das Recht haben, das Auszahlungsprotokoll zu fotografieren, oder?
Prof. Dr. Petra Plininger, Wirtschaftsprüfer
Danke für eure wertvolle Arbeit! Vorschlag für zukünftiges verbessertes Wahl-Kontrollsystem: Im Wahllokal sollten Aufkleber mit verschiedenen Nummern und entsprechendem QR-Code ausliegen, jeweils dreimal nebeneinander mit derselben Nummer. Jeder Wähler darf sich eine Nummer aussuchen und einen Aufkleber auf seinen Wahlschein kleben und einen mitnehmen für den späteren Abgleich. Die Wahlzettel werden mit Nummer und Ergebnis erfasst und pro Wahllokal gelistet (maximal 1000 Datensätze pro Wahllokal). So kann jeder Wähler sehen, dass seine Stimme mit seiner Nummer und seinem Ergebnis richtig erfasst wurde. Wahlbeobachter können prüfen, dass nicht mehr Stimmen in der Liste sind, als Wähler erschienen sind. So wird die Wahl sicher und für jeden Wähler transparent.
Aristoteles
Irgendwie versteh ich das nicht ganz. Ich habe mich jetzt bei einprozent als Wahlbeobachter gemeldet. Soll ich mich jetzt bei diesem Verein auch noch anmelden?
Dooflandgeschädigter
Super! Damit habt ihr ins Schwarze getroffen! Denn genau bei der Übermittlung passiert der BESCHISS und das schon solange es die BRD gibt. Macht den Pfeifen Feuer unterm Ar**h!
Sylvia S.
Mir war das Handling der APP zu kompliziert, ich habe mich zwar registriert, die APP allerdings wieder deinstalliert. Die Erfassung des Wahllokales war kaum möglich und konnte nicht mehr korrigiert werden. Das Menü ist zu versteckt und der Anmeldevorgang zu kompliziert. Ich glaube mit einer handschriftlichen Aufzeichnung und anschließender Email geht schneller und effektiver.
Maik L.
Durch die App wird eine Dublette der kompletten Wahl durch Wahlbeobachter erzeugt. Die Arbeit von einprozent ist perfekt. Eine Wahlbeobachtung im Lokal ist das Fundament. Genau dort setzt die App Wahlmission an. Auf dieses Fundament wird eine komplette parallele Auswertung der Wahl gestellt, von Beobachtern erzeugt. Das gab es noch nie. Damit ist jede Manipulation, auch auf Übertragungswegen ausgeschlossen. Es muss also lauten: bei einprozent UND wahlmission.de registrieren! Die Erfassung des Wahlokales ist bei Wahlmission erforderlich. Dies liegt daran, dass sämtliche öffentliche Stellen verweigern Daten zu Wahllokalen gesammelt heraus zu geben (warum nur?). Für die Erfassung eures Wahllokales wählt ihr im ersten Schritt euren Wahlkreis aus (über die ersten beiden Stellen der PLZ). Im zweiten Schritt legt ihr (falls noch nicht in der Liste aufgeführt) euer Wahllokal an. Alle Daten findet ihr auf eurer Wahlbenachrichtigung oder den Amtsblättern der Gemeinden. Dies sollte sehr sorgfältig ohne Schreibfehler passieren. Sicher ist das alles nicht ganz einfach, aber wenn man mal etwas Verwertbares erzeugen will ist dies genauso notwendig und professionell. Damit wird eben nicht nur an der Oberfläche gekratzt, sondern juristisch belastbares Material erzeugt. Jeder der etwas für sein land tun möchte sollte sich die Zeit nehmen. Effektiver kann man sie nicht einsetzen. Ich habe mich sofort registriert und bin begeistert.
Astrid K.
Ich habe 1:1 den Kommentar von Sylvia S. übernommen. Mir war das Handling der APP zu kompliziert, ich habe mich zwar registriert, die APP allerdings wieder deinstalliert. Die Erfassung des Wahllokales war kaum möglich und konnte nicht mehr korrigiert werden. Das Menü ist zu versteckt und der Anmeldevorgang zu kompliziert. Ich glaube mit einer handschriftlichen Aufzeichnung und anschließender Email geht schneller und effektiver. Auch für die ältere generation sollte es ein einfacheres Instrument zur Wahlbeobachtung geben. Bitte wirklich für die Zukunft diese Anregung aufnehmen.
HEIKO L
ICH BEKOMME keine emailantwort auf meine registrierung
Wahlhelfer
Ich bin schon oft als Wahlhelfer tätig geworden. Die Ergebnisse unserer Zählung waren später exakt in Zeitung und Internet nachzulesen. Von Übermittlungsfehlern keine Spur. Aber die Auszählung ist öffentlich, kommt also gerne gucken.
juliane h.
mein wahllokal ist gar nicht in der app, die bezirksnummer ist im osten, obwohl ich aus niedersachsen bin, kann nirgends finden, wo ich mein lokal eintragen kann. schade. ach übrigens, die vorwahl von stade stimmt nicht. prof. plininger - super idee!
Horst A.
War Wahlbeobachter... CSU hatte 183 Stimmen....die AfD 84 Stimmen....die SPD 74 Stimmen....Grüne 45 Stimmen....die Linke 32 Stimmen....die FDP 26 Stimmen und die freien Wähler 23 Stimmen, der Rest fiel auf die anderen Parteien.....gewählt hatten 404 Wähler.... Wer hat noch Ergebnisse?
Ulf B

Ich war am 24.09. als Wahlhelfer eigesetzt und habe mit die Erst- und Zweitstimmen für die AfD in meinem Wahllokal gemerkt. Aber WO kann ich nachlesen, ob diese Zahlen auch korrekt in das Wahlergebnis meiner Gemeinde eingeflossen sind? Unterhalb meiner Gemeinde finde ich nirgendwo im Netz eine Aufteilung auf die einzelnen Wahllokale!

 

Anm. d. Red.: In einigen Tagen wird vom Bundeswahlleiter die Gesamtstatistik veröfentlicht, bitte odrt unbedingt vergleichen!

Dollymolly
War Wahlbeobachter in einem Bezirk in Hohenzollern-Sigmaringen: CDU: Erststimmen: 110 Zweitstimmen: 86 AfD: Erststimmen: 79 Zweitstimmen: 79 SPD: Erststimmen: 53 Zweitstimmen: 49 Grüne: Erststimmen: 33 Zweitstimmen: 36 FDP: Erststimmen: 25 Zweitstimmen: 35 Linke: Erststimmen: 26 Zweitstimmen: 16

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